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Festgottesdienst mit Orgelweihe, Apéro, Mittagessen und
Einweihungskonzert, am 16. November 2003

Pressemitteilung

Festschrift der neuen Orgel als pdf
 

 

Copyright Castor Huser © 2003 [Kirchgemeinde Menzingen]
 

Einweihungsgottesdienst und Kollaudationskonzert der neuen Orgel in der Pfarrkirche St. Johannes in Menzingen

Nach dreieinhalb Jahren Projektierungs- und Aufbauphase durfte die Kirchgemeinde Menzingen am letzten Sonntag den offiziellen Einweihungsakt der neuen Orgel in der Pfarrkirche St. Johannes begehen (s. auch Neue Zuger Zeitung vom 17. November 2003).

Still und stumm wartete die neue Orgel am Anfang des Einweihungsgottesdienstes am Sonntagmorgen auf die Einsegnung. Prächtig und mächtig erklang daraufhin die Orgel mit dem Marche in B-Dur von Alexandre Guilmant, gespielt vom Gastorganisten Pieder Jörg aus Domat-Ems. Die liturgische Gestaltung wurde musikalisch durch den erweiterten Kirchenchor von Menzingen mit der Messe für Chor und Orgel in fis-moll (Opus 36) von Charles-Marie Widor (1844 - 1937) bereichert.  Benno Auf der Maur verstand es als Gesamtleiter ausgezeichnet, den Chor zusammen mit der Orgel musikalisch durch die liturgischen Stationen zu führen (Kyrie, Gloria, Sanctus, Benedictus und Agnus Dei). Dabei wurden gleichsam leise-sphärische Stimmungen sowie kraftvoll-mächtige Fortissimi erzeugt. Die festliche und eindrückliche Gestaltung des Gottesdienstes erfreute alle Gottesdienstbesucherinnen und - Besucher in der vollbesetzten Pfarrkirche.

Am späteren Sonntagnachmittag wurde das eigentliche Kollaudationskonzert durch den  Konzertorganisten Felix Gubser aus Unterägeri abgehalten. Felix Gubser, Titularorganist an der St. Peter und Paul-Kirche in Zürich, der katholischen Hauptkirche der Stadt, spielte während gut einer Stunde auf der neuen Rieger-Orgel in der bis zum letzten Platz besetzten Pfarrkirche. Als Fachexperte wirkte Felix Gubser schon in der Orgelbaukommission mit. Mit der Orgelbaufirma Rieger aus Schwarzach (A) gestaltete Gubser die Disposition der Menzinger-Orgel und begleitete in enger Fühlungnahme mit den Orgelbauern die einzelnen Aufbauphasen des Instrumentes. Felix Gubser meint zur Orgel:" Es ging darum, eine Orgel zu planen, welche nicht nur die Führung des Liturgiegesanges, sondern auch eine sinngemässe und klangschöne Wiedergabe von Orgelmusik aus allen Stilbereichen ermöglicht".  Dass ihm dies, sozusagen als geistiger Vater in Bezug auf die Disposition der 40 Registern umfassenden Orgel gelungen ist, bewies er im Kollaudationskonzert auf eindrücklichste Art gleich selber. Auf dem Programm standen unter anderem Werke von Johann Sebastian Bach (Barock), Felix Mendelssohn-Bartholdy (deutsche Romantik) sowie  Alexandre Guilmant, Théodor Dubois und Louis Vierne (französische Romantik). Diese Werke ermöglichten Felix Gubser, der interessierten Zuhörerschaft die unterschiedlichsten Facetten und Möglichkeiten des Instrumentes aufzuzeigen. Dabei erklangen Soloregister wie Trompete harmonique, Hautbois und Cornet harmonique sowie ein helles Clairon harmonique, ein schlankes Basson und streichende Schwebestimmen. Eine Besonderheit ist wohl das tiefste, mächtige 32-Fuss-Register aus Holz, dessen grösste Pfeifen ca. 10 Meter direkt in den Kirchenraum sprechen. Kraftvoll und transparent zugleich wirkten die voll gezogenen Register in den Kirchenraum. Felix Gubser verstand einmal mehr, mit seiner hohen Virtuosität und künstlerischer Gestaltungskraft zu begeistern.  Die Besucherinnen und Besucher quittierten den Konzertabend mit Standing Ovations.

Die Erwartungen sind gesteckt. Diese Orgel von nationaler Bedeutung dürfte viele Musikerinnen und Musiker anziehen und Menzingens kulturelles Leben bereichern.

Die Werke des Kollaudationskonzertes sind auf der von Felix Gubser eingespielten CD "Feuerwerk der Orgelmusik" auf der Rieger Orgel in Menzingen käuflich zu erwerben. Bezugsstelle: Kath. Pfarramt Menzingen zum Spezialpreis (bis Ende Jahr) von Fr. 10.00 pro Stück.

Oskar Berchtold
 

 

Stand: 24.11.2003