Freitag, 29. November 2002

    
Ausgabe 1 (von 4)

Liebe Leserin, lieber Leser 

Sie halten die erste Ausgabe der «orgel.news»  in Ihren Händen. Bis zur Orgel-Einweihung im November 2003 werden noch drei weitere  folgen. Die Arbeitsgruppe „OK Orgel.03“ möchte damit periodisch über den jeweiligen Stand betreffend der neuen Orgel informieren und Sie über geplante Anlässe und Aktionen orientieren.

 
Pfarrkirche St. Johannes: Warum eine neue Orgel?
 

Mit der Zuverlässigkeit der jetzigen fast hundertjährigen Orgel steht es seit einiger Zeit nicht mehr zum Besten. Vor allem im Winter (Heizperiode) zeigt sich ihr Zustand jeweils äusserst kritisch. Trotz Besserung seit dem Einbau der Bodenheizung sind die Folgen des damaligen Heizsystems je länger desto mehr spür- und hörbar. Die markanten Temperaturunterschiede haben im Laufe der Zeit den Materialien zugesetzt und sie entsprechend verändert. So sind undichte Stellen aufgetreten, welche durchaus eine Pfeife - ohne Zutun des Organisten - erklingen lassen können (sog. «Heuler»).

Registerprobleme 

Auch sind Motoren, Kontakte und Relais der Orgel derart verbraucht, dass nie alle Register funktionsfähig sind. Je nach Laune der Orgel kann dies zum Ausfall eines Registers bis hin zum Totalausfall der Orgel führen. So ist das Wirken des Organisten durch die beschränkte Verfügbarkeit der Register (Klangfarben) beim liturgischen Orgelspiel eingeschränkt. Zudem stellt sich das Problem, dass Werke aus der Romantik praktisch gleich klingen wie solche aus dem Barock, weil keine Register zur Verfügung stehen, die den jeweiligen Zeitepochen entsprechen.

Inhalt

Pfarrkirche St. Johannes: Warum eine neue Orgel?     1

Neue Orgel: Was ist bisher geschehen?                          2 

Begleitanlässe Dezember 2002 bis Februar 2003         3
 
Kirchenrat: Zwischenbericht Stand neue Orgel              4 

Arbeitsgruppe „Orgel.03“                                                      4

 

 

Schwierigkeiten beim Musizieren mit Chor und Instrumentalisten

Im Weiteren können beim Musizieren mit einem Chor die Sängerinnen und Sänger die Orgel oftmals kaum hören, da durch die hohe örtliche Lage der Pfeifen der Klang über sie hinweggeht. Ein klangliches Verschmelzen von Orgel und Chor ist somit in der Regel nicht möglich, was wiederum auf die Intonation des Chors Auswirkungen hat.

    Dasselbe Problem stellt sich auch, wenn Instrumentalisten während eines Gottesdienstes musizieren. Durch das unausgeglichene Pfeifenmaterial der Orgel ist es für sie meistens schwierig, "rein" zu spielen. Und auch hier  - wie schon beim liturgischen Musizieren - steht der Organist beim Musizieren mit dem Chor oder mit Instrumentalisten vor dem Problem der Literaturauswahl: Werke die über die Klassik hinausgehen, also der ganze kirchenmusikalische Schatz der Romantik, sind mit der jetzigen Orgel kaum spielbar.

Neue Orgel: Was ist bisher geschehen? 
 

Januar 2000

Ausgangslage: Die jetzige Orgel stammt aus dem Jahre 1905 und wurde im Verlaufe der bald 100 Jahre mehrfach ergänzt, revidiert und teilweise verändert. Die jährlichen Revisionskosten sind je länger je höher ausgefallen. Grössere Reparaturen drängen sich im Verlaufe der nächsten Jahre auf, ein Teilersatz von ganzen Registern wird sogar notwendig.

Der Kirchenrat bespricht mit der Rechnungsprüfungs- und Finanzberatungskommission die Möglichkeit, diesbezüglich eine separate Kommission einzusetzen. Der Vorschlag wird positiv aufgenommen.

März 2000

Einsetzung der Kommission und Wahl des Orgelfachexperten.

Die Kommission erhält den schriftlichen Auftrag, das ganze Umfeld der Orgel zu analysieren. Auf Grund der verschiedenen Varianten wird bald klar, dass man ein Neukauf einer weiteren Revision vorziehen sollte. Die Kommission behandelt:

- Zustand der jetzigen Orgel
- Gestaltung der Empore
- Anforderungsprofil an eine neue Orgel
- Neubelegung der reservierten Kirchenplätze auf der Empore.

Dezember 2000

Nach Vorliegen des Kommissionsberichtes bespricht der Kirchenrat zusammen mit der Rechnungsprüfungskommission die Finanzierung und bereitet den Antrag an die kommende Kirchgemeindeversammlung vor.

26. März 2001

Die Kirchgemeindeversammlung bewilligt den Projektierungskredit. Dieser wurde benötigt, um folgende weiteren Schritte vorzubereiten:

- Klärung Zustand der jetzigen Empore
- Erstellung Konstruktionsskizzen
- Vornahme statische Abklärungen

April 2001

Der Kirchenrat bereitet erstmals das Submissionsverfahren vor und schreibt den Orgelneubau gesetzeskonform aus. Die eingegangen Offerten werden ausgewertet und bewertet und nach Berücksichtigung aller Fakten der mögliche Orgelbauer bestimmt.

27. Juni 2001

Die Kirchgemeindeversammlung genehmigt einstimmig den Kredit für den Kauf einer neuen Orgel inkl. den möglichen baulichen Änderungen an der Brüstung und die Anpassungen an der Empore.

September 2001

Der Kirchenrat schliesst die Offertbereinigung mit dem Orgelbauer ab, legt die Konditionen fest und löst die Bestellung aus.

Januar – Oktober 2002

Kirchenrat und Kommission besprechen die noch zu lösenden Punkte bezüglich definitive Gestaltung des Orgelprospektes und der Brüstung in enger Zusammenarbeit mit der Kantonalen Denkmalpflege und dem Orgelbauer.

Ab Sommer 2002

Der Kirchenrat setzt eine Arbeitsgruppe für die Durchführung von begleitenden Anlässen bis zur Orgeleinweihung mit entsprechendem Auftrag ein. Er nimmt mit Freude Kenntnis von den geplanten Aktivitäten.

Oktober 2002

Der Kirchenrat legt zusammen mit der Kantonalen Denkmalpflege die definitive Gestaltung von Orgelprospekt und Brüstung fest. Der bauliche Terminplan wird bereinigt.

November 2002

Der Kirchenrat beauftragt den Bauchef, betreffend die anstehenden Arbeiten mit dem Architekturbüro in Verbindung zu treten.

Der definitive Einweihungstermin wird auf 16. November 2003 festgelegt.

Noch knapp 365 Tage bis zur Orgeleinweihung

In einem Jahr ist es soweit: Am 16. November 2003 wird die neue „RIEGER-Orgel“ in der Pfarrkirche St. Johannes in Menzingen offiziell eingeweiht. Doch bis es soweit ist, gibt es noch viel zu tun. 
   So möchte die Arbeitsgruppe „OK Orgel.03“ die Phasen des Orgel-Abbruchs, der Emporenumgestaltung und des Orgeleinbaus bis zur Orgelweihe mit verschiedenen

 

Aktivitäten begleiten. Insgesamt sind acht Anlässe geplant.
  Untenstehend finden Sie Informationen zu den ersten drei Anlässen in der Zeit Dezember 2002 bis Februar 2003 sowie eine Vorschau auf den Besuch bei der Orgelbaufirma Rieger in Schwarzach/A. Sie sind alle ganz herzlich zu diesen Veranstaltungen eingeladen.

Begleit-Anlässe 

Zeit: Dezember 2002 bis Februar 2003

   

Heute ist ein ganz besonderer Tag: Es beginnt die Adventszeit, es beginnt das neue Kirchenjahr und es verbleiben noch knapp 365 Tage bis zur Einweihung der neuen Orgel.

Dies wollen wir mit einem speziellen Familiengottesdienst feiern und gleichzeitig den Start für verschiedene Aktivitäten im Rahmen „Orgel.03“ einläuten.
Eucharistiefeier Pfarrkirche, Beginn 10:15 Uhr.

Wissen Sie, wie eine Orgel funktioniert? Kennen Sie die verschiedenen Bauteile? Und wie ist das mit den Registern?

 Am 16. und 23. Januar veranstalten wir einen Orgel-Workshop mit dem Ziel, viel Wissenswertes über dieses interessante Instrument zu erfahren.
Zeit jeweils 20:00 Uhr, Ort Vereinshaus/Pfarrkirche.

Bald folgt der Abbruch der Menzinger Orgel. Heute feiern wir den letzten Gottesdienst mit der alten „Lady“.

Der durch die FAMIGO-Gruppe vorbereitete Familiengottesdienst steht unter dem Motto «Abbruch zum Aufbruch».
Eucharistiefeier Pfarrkirche, Beginn 10:15 Uhr.
Anschliessend treffen wir uns zum „Abbruch“-Apéro im Vereinshaus.

Voranzeige

(Datum bei Drucklegung
noch nicht bekannt)

Wo wird die neue Orgel eigentlich gebaut? Was ist das für ein Betrieb und welches sind die einzelnen Fabrikationsschritte?

Heute besuchen wir die Firma RIEGER Orgelbau in Schwarzach (Vbg.). Wir machen einen Betriebsrundgang, lassen uns alles zeigen und erklären und besichtigen die „RIEGER-Orgel“ in der Pfarrgemeinde. Die Ausschreibung (Busreise) folgt in der nächsten Ausgabe der «orgel.news».
Kirchenrat Menzingen: Zwischenbericht neue Orgel
Unsere Kirche -  ein schützenswertes Objekt 

Seit der Bewilligung des Kredites für den Kauf der neuen Orgel sind gut 18 Monate vergangen. Und schon steht das Jahr 2003 vor der Türe, in welchem die alte Orgel abgebrochen und die neue geliefert, eingebaut und feierlich eingeweiht werden wird.
   In der Zwischenzeit haben sich Kirchenrat und Orgel-baukommission u.a. mit den für das weitere Vorgehen wesentlichen Themen
Orgelprospekt (sichtbarer Teil der Orgel) und Brüstung (auf der Empore) beschäftigt. Unsere Kirche steht unter Schutz der Eidgenossenschaft. Dies bedeutet, dass gewisse Bauvorhaben von Bund/Kanton als subventionswürdig eingestuft werden können. Andererseits haben diese das Recht, bei baulichen Veränderungen Vorgaben bzw. Vorbehalte einzubringen. Damit wird erreicht, dass bei schützenswerten Objekten kein baulicher „Wildwuchs“ entsteht.
 
 In diesem Zusammenhang haben verschiedene Ratssitzungen mit der Kantonalen Denkmalpflege, der Orgelbaukommission und Vertretern der Orgelbaufirma stattgefunden.

Orgelprospekt 

Betreffend des sichtbaren Teils der Orgel konnte nach Abwägen der verschiedenen Meinungen ein sehr schöner Orgelprospekt bestimmt werden, welcher sich ideal in die hintere Wand einfügen wird.

Brüstung auf der Orgelempore

Um die Akustik verbessern zu können war ursprünglich vorgesehen, die bestehende geschlossene Brüstung abzutragen und sie durch eine durchbrochene zu ersetzen. In den Diskussionen zu diesem Thema zeigten sich unter den Experten jedoch Meinungsverschiedenheiten.

 

Einerseits war klar, dass sich eine Brüstung grundsätzlich der Architektur des Kircheninnenraumes und nicht dem Stil der Orgel anzupassen hat. Andererseits war der Appell des Orgelfachexperten ebenso verständlich, eine solche aus Akustikgründen mehr oder weniger durchbrochen zu gestalten.

Entscheid Gestaltung der Brüstung

Ende Oktober 2002 erfolgte der definitive Entscheid der Kantonalen Denkmalpflege, der vom Kirchenrat Menzingen wie folgt zur Kenntnis genommen wurde:
Die bestehende Brüstung bleibt in der bisherigen Art bestehen. Bei den Seitenwänden wird sie teilweise soweit zurückgebaut, dass die Fenstereinfassungen freigelegt bzw. wieder vervollständigt werden können.
 

   Der Orgelbauer hat uns jedoch versichert, die Anordnung der Pfeifen so zu gestalten, dass - trotz der nun weiterhin geschlossenen Brüstung - eine möglichst optimale Klangabstrahlung gewährleistet ist. Dabei werden die Gottesdienst- und KonzertbesucherInnen kaum merkliche Einschränkungen im Klangempfinden wahrnehmen.
 
  
   Nach Klärung dieser wesentlichen baulichen Angelegenheit wird der Kirchenrat nun die entsprechenden Offerten für den Emporenboden, die Aufbereitung der Bänke, die Beleuchtung des Kirchenchorbereiches und die übrigen baulichen Anpassungen einholen. So können die damit verbundenen Tätigkeiten im Frühjahr 2003 in Angriff genommen werden. Übrigens, die nun nicht auszuführenden Arbeiten werden entsprechende Kosteneinsparungen zur Folge haben.
 

    Gerne werden wir Sie weiterhin auf diesem Weg über Orgel-Neuigkeiten informieren und danken der Arbeitsgruppe „OK Orgel.03“ recht herzlich für deren Arbeit.

Kirchenrat Menzingen

Arbeitsgruppe „Orgel.03“

Im Sommer 2002 setzte der Kirchenrat  eine Arbeitsgruppe für die Durchführung von begleitenden Anlässen bis zur Einweihung der neuen Orgel ein. Diese Arbeitsgruppe hat inzwischen die Arbeit aufgenommen. Sie setzt sich aus den unten aufgeführten Mitgliedern zusammen. 

Foto v.l.n.r.: Castor Huser (Orgelbaukommission, Kirchenchor), Richard von Holzen (Kirchenratsschreiber), Marie-Theres Schmid (Co-Präsidentin Frauengemeinschaft), Max Mahlstein (Leitung Arbeitsgruppe „OK Orgel.03“), Susy Hürlimann (Präsidentin Pfarreirat Periode 1997/02), Benno Auf der Maur (Orgelbaukommission, Kirchenmusiker).

 

Impressum
Herausgeber                          Arbeitsgruppe „OK Orgel.03“
Redaktion                              Max Mahlstein, Benno Auf der Maur, Castor Huser
Layout/Druck                         Kalt-Zehnder-Druck, Zug
Redaktionsadresse                 Max Mahlstein, Gutschstrasse 52, 6313 Menzingen, email orgel.news@kg-menzingen.ch